예레미야애가 3장 Gute Nachricht Bibel (2018)
Gute Nachricht Bibel (2018) · 독일어 · 예레미야애가 (Lamentations) · 66절
- 1 Ich bin der Mann, der viel gelitten hat unter den zornigen Schlägen des Herrn.
- 2 Ich bin es, den er vor sich hertrieb, immer tiefer in die dunkelste Nacht.
- 3 Immer nur mich traf seine Faust, Tag für Tag, ohne einzuhalten.
- 4 Er lässt meine Haut und mein Fleisch zerfallen und zerbricht mir alle meine Knochen.
- 5 Von allen Seiten schließt er mich ein, er umstellt mich mit Bitterkeit und Qual.
- 6 In Finsternis lässt er mich wohnen wie die, die schon seit Langem tot sind.
- 7 Er hat mich ummauert und in Ketten gelegt, aus diesem Gefängnis gibt es keinen Ausweg.
- 8 Ich kann um Hilfe schreien, soviel ich will – mein Rufen dringt nicht durch bis an sein Ohr.
- 9 Er hat mir den Weg mit Steinen versperrt, sodass ich ständig in die Irre gehe.
- 10 Wie ein Bär hat er mir aufgelauert, wie ein Löwe in seinem Hinterhalt.
- 11 Er hat mich vom Weg heruntergezerrt, dann hat er mich zusammengeschlagen.
- 12 Er hat den Bogen auf mich angelegt und mich als Ziel für seine Pfeile benutzt.
- 13 Pfeil auf Pfeil hat er abgeschossen und mir den Rücken damit durchbohrt.
- 14 Die Leute meines Volkes lachen mich aus, täglich singen sie ihr Spottlied über mich.
- 15 Er gab mir die bitterste Kost zu essen und ließ mich bitteren Wermut trinken.
- 16 Er hat mich in den Staub gedrückt und mich gezwungen, Kies zu kauen.
- 17 Das ruhige Leben hat er mir genommen; ich weiß nicht mehr, was Glück bedeutet.
- 18 Ich habe keine Zukunft mehr, vom Herrn ist nichts mehr zu erhoffen!
- 19 An all dieses rastlose Elend zu denken ist Gift für mich und macht mich bitter.
- 20 Doch immer wieder muss ich daran denken und bin erfüllt von Verzweiflung und Schwermut.
- 21 Ich will mich an etwas anderes erinnern, damit meine Hoffnung wiederkommt:
- 22 Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende,
- 23 seine Liebe ist jeden Morgen neu und seine Treue unfassbar groß.
- 24 Ich sage: Der Herr ist mein Ein und Alles; darum setze ich meine Hoffnung auf ihn.
- 25 Der Herr ist gut zu denen, die nach ihm fragen, zu allen, die seine Nähe suchen.
- 26 Darum ist es das Beste, zu schweigen und auf die Hilfe des Herrn zu warten.
- 27 Für jeden Menschen ist es gut, wenn er schon früh gelernt hat, Last zu tragen.
- 28 Wenn der Herr ihm etwas auferlegt, soll er für sich allein bleiben und schweigen.
- 29 Er soll seinen Mund auf den Boden pressen – vielleicht ist doch noch Hoffnung auf Hilfe!
- 30 Dem, der ihn schlägt, soll er die Backe hinhalten und alle Schmach und Schande auf sich nehmen.
- 31 Der Herr verstößt uns nicht für immer.
- 32 Auch wenn er uns Leiden schickt, erbarmt er sich doch wieder über uns, weil seine Liebe so reich und groß ist.
- 33 Es macht ihm selbst keine Freude, seinen Kindern Schmerz und Kummer zu bereiten.
- 34 Alle Gefangenen in unserem Land wurden getreten und misshandelt;
- 35 unter den Augen des höchsten Gottes wurden sie um ihr Recht gebracht;
- 36 Unschuldige wurden verurteilt – und das soll der Herr nicht gesehen haben?
- 37 Wer sonst spricht ein Wort und es geschieht? Geschieht nicht alles auf seinen Befehl?
- 38 Wenn Glück oder Unglück über uns kommt, hat nicht der Höchste es angeordnet?
- 39 Mit welchem Recht beklagt sich der Mensch bei Gott? Gegen seine Sünde soll er Klage erheben!
- 40 Lasst uns unser Leben überprüfen und wieder umkehren zu dem Herrn!
- 41 Lasst uns die Hände zum Himmel strecken und Herz und Sinn zum Herrn hinwenden!
- 42 Wir haben gesündigt und dir, Herr, getrotzt und du hast uns die Schuld noch nicht vergeben.
- 43 Du hast dich ganz in deinen Zorn gehüllt, uns schonungslos gejagt und getötet.
- 44 In einer Wolke hast du dich versteckt, damit kein Gebet dich erreichen konnte.
- 45 Wie Dreck hast du uns zusammengekehrt, wie Abfall mitten unter den Völkern.
- 46 Alle unsere Feinde spotten über uns, höhnisch reißen sie ihre Mäuler auf.
- 47 Schrecken und Entsetzen wurden unser Los, Zusammenbruch und Untergang.
- 48 Meine Augen zerfließen in Tränen, weil mein Volk zugrunde gegangen ist.
- 49 Wie ein Bach, der nie zur Ruhe kommt, strömen meine Tränen, ohne zu versiegen,
- 50 bis der Herr sich vom Himmel herabneigt und seinen Blick wieder auf uns richtet.
- 51 Es tut mir weh, wenn ich sehen muss, wie es den Frauen in der Stadt ergeht.
- 52 Sie haben mir nachgestellt wie einem Vogel, obwohl ich niemandem Anlass gab, mein Feind zu sein.
- 53 Sie haben mich lebend in die Grube gestürzt und einen Stein auf die Öffnung gewälzt.
- 54 Das Wasser stieg mir bis an die Kehle, ich dachte schon, es sei aus mit mir.
- 55 Da rief ich zu dir, Herr, um Hilfe; aus der Tiefe der Grube schrie ich zu dir:
- 56 »Verschließ dein Ohr nicht! Hör mein Flehen!« Und du hast meinen Hilferuf gehört!
- 57 Als ich zu dir schrie, bist du gekommen und hast zu mir gesagt: »Hab keine Angst!«
- 58 Du hast mich verteidigt und mir Recht verschafft; das Leben hast du mir gerettet.
- 59 Du weißt, was sie mir angetan haben. Stell mein Recht doch völlig wieder her!
- 60 Du hast ihren ganzen Hass gesehen und ihre finsteren Pläne gegen mich.
- 61 Du hast gehört, wie sie mich schmähten und ihre Pläne gegen mich berieten.
- 62 Alles, was sie reden und denken, ist gegen mich gerichtet, Tag für Tag.
- 63 Behalte ihr Tun und Lassen fest im Auge! Noch immer singen sie ihr Spottlied auf mich.
- 64 Alles, was sie mir angetan haben, Herr, zahl es ihnen heim, vergilt es ihnen!
- 65 Verblende sie, verwirre ihren Sinn, schleudere deinen Fluch gegen sie!
- 66 Verfolge sie mit deinem ganzen Zorn und fege sie von der Erde weg!
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