예레미야애가 4장 Gute Nachricht Bibel (2018)
Gute Nachricht Bibel (2018) · 독일어 · 예레미야애가 (Lamentations) · 22절
- 1 Ach, wie dunkel ist das Gold geworden, das reine Gold hat seinen Glanz verloren, die Edelsteine liegen auf der Straße:
- 2 Die wertvollen Söhne der Zionsstadt, die man in Gold hätte aufwiegen müssen, man behandelt sie wie wertlose Krüge, wie Tongeschirr aus der Töpferwerkstatt!
- 3 Selbst Schakalmütter folgen ihrem Instinkt und säugen ihre Jungen an der Brust; doch die Frauen meines Volkes sind grausam, gleichgültig wie Strauße in der Steppe.
- 4 Die Säuglinge leiden so großen Durst, dass ihnen die Zunge am Gaumen klebt. Die Kinder betteln um ein Stück Brot, doch niemand ist da, ihren Hunger zu stillen.
- 5 Sie, die früher nur Leckerbissen aßen, verschmachten jetzt auf den Straßen der Stadt. Früher legte man sie auf Purpurkissen, jetzt wälzen sie sich in den Abfallhaufen.
- 6 Die Schuld meines Volkes ist übergroß, größer als die der Bewohner von Sodom, deren Stadt ganz plötzlich unterging, ohne dass eine Hand sich bewegte.
- 7 Unsere Fürsten glänzten heller als der Schnee, ihr Gesicht war reiner und weißer als Milch, ihr Körper gesund und rot wie Korallen, ihre Adern schimmerten blau wie Saphir.
- 8 Jetzt sind sie schwärzer als Ruß geworden, auf der Straße erkennt sie niemand mehr; ihre Haut ist faltig und trocken wie Holz und alle ihre Knochen kann man zählen.
- 9 Die im Krieg Erschlagenen hatten es besser als die anderen, die vor Hunger starben. Vor Entkräftung brachen sie zusammen, weil von den Feldern nichts mehr in die Stadt hereinkam.
- 10 Frauen, die sonst voll Zärtlichkeit waren, kochten ihre eigenen Kinder und hielten ihre grauenvolle Mahlzeit mitten im Untergang meines Volkes.
- 11 Der Herr entfesselte seinen ganzen Zorn und er ließ ihm freien Lauf. Er zündete in der Zionsstadt ein Feuer an, das alles niederbrannte bis auf den Grund.
- 12 Keiner von den Königen der Erde, kein Mensch in der Welt hätte je geglaubt, dass eines Tages ein feindliches Heer durch die Tore Jerusalems einziehen würde.
- 13 Das Unheil kam durch die Schuld der Propheten, durch das Unrecht, das die Priester begingen: Sie sprachen das Todesurteil über Menschen, die Gott gehorchten und schuldlos waren.
- 14 Elend mussten sie durch die Straßen irren, schwankend und mit Blut besudelt; niemand durfte sie berühren, weil ihre Gewänder so blutig waren.
- 15 »Vorsicht! Er ist unrein!«, schrie man ihretwegen. »Geht ihm aus dem Weg! Berührt ihn nicht!« So flohen sie und wussten nicht wohin. Darum sagte man bei den fremden Völkern: »Für sie ist kein Platz mehr unter uns!«
- 16 Der Herr selber hat sie weggetrieben, weil er sie nicht mehr sehen wollte. Auf die Priester nahm man keine Rücksicht, nicht einmal Greise wurden verschont.
- 17 Unsere Augen spähten nach Rettung aus – vergeblich, denn keine Rettung kam. Wir warteten auf Hilfe von einem Volk, das uns gar nicht helfen konnte.
- 18 Die Feinde bewachten uns auf Schritt und Tritt, wir konnten uns nicht mehr nach draußen wagen. Das Ende nahte, unsere Zeit war um – ja, unser Ende war gekommen!
- 19 Die Verfolger jagten hinter uns her, sie waren schneller als die Adler. Auf den Bergen jagten sie uns nach, in der Steppe lauerten sie uns auf.
- 20 Wir hatten gedacht, im Schutz unseres Königs könnten wir unter den Völkern leben. Doch er, von dem unser Leben abhing, der Erwählte des Herrn, ist nun gefangen.
- 21 Freut euch darüber, solange ihr könnt, ihr Bewohner von Edom und von Uz! Auch ihr müsst den Becher des Zornes trinken, ihr werdet taumeln und euch entblößen!
- 22 Dann ist deine Strafe vorbei, du Zionsstadt; noch einmal wird der Herr dich nicht wegführen. Aber Edom zieht er dann zur Rechenschaft und bestraft es für alle seine Verbrechen.
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