사무엘하 19장 BasisBibel (2021)
BasisBibel (2021) · 독일어 · 사무엘하 (2 Samuel) · 44절
- 1 Der König zuckte zusammen, stieg hinauf in die Kammer über dem Tor und weinte. Während er hinaufstieg, rief er immer wieder: »Mein Sohn Abschalom, mein Sohn, mein Sohn Abschalom! Ach, wäre ich doch an deiner Stelle gestorben! Abschalom, mein Sohn, mein Sohn!«
- 2 Man meldete es Joab: »Siehe, der König weint, er trauert um Abschalom!«
- 3 Und so kam es an diesem Tag, dass die Siegesfreude im ganzen Heer zur Trauer wurde. Denn alle hörten an diesem Tag davon, dass der König voller Schmerz um seinen Sohn trauerte.
- 4 Alle Soldaten schlichen sich an diesem Tag davon, als sie durch das Tor in die Stadt kamen. Sie schlichen sich davon, als müssten sie sich schämen, weil sie aus der Schlacht geflohen wären.
- 5 Der König aber hatte sein Gesicht verhüllt und schrie laut: »Mein Sohn Abschalom, Abschalom, mein Sohn, mein Sohn!«
- 6 Joab ging zum König ins Torhaus und sagte: »Heute hast du alle deine Soldaten offen beleidigt. Dabei waren sie es, die dir das Leben gerettet haben und das deiner Söhne, Töchter, Frauen und Nebenfrauen.
- 7 Du liebst die, die dich hassen, und du hasst die, die dich lieben! Ja, heute hast du durch dein Verhalten gezeigt, dass dir Feldherren und Soldaten egal sind. Ja, heute habe ich erkannt: Wenn Abschalom noch leben würde und wir alle wären heute tot, so wäre es dir recht!
- 8 Doch jetzt steh auf und geh hinaus! Rede von ganzem Herzen mit deinen Soldaten! Denn ich schwöre dir beim Herrn: Wenn du nicht gleich hinausgehst, bleibt diese Nacht kein einziger mehr bei dir! Das wäre schlimmer für dich als alles Schlimme, was dir seit deiner Jugend bis heute geschehen ist.«
- 9 Da stand der König auf und setzte sich ins Tor. Im ganzen Heer aber sprach es sich herum: »Seht, der König sitzt im Tor!« Und so kam das ganze Heer und trat vor den König. Israel war geflohen, jeder zu seinem Zelt.
- 10 Danach kam es im ganzen Volk zum Streit, die Stämme Israels waren sich uneinig: »Der König hat uns vor unseren Feinden gerettet. Er war es auch, der uns aus der Gewalt der Philister befreit hat. Jetzt musste er vor Abschalom aus dem Land fliehen!
- 11 Abschalom aber, den wir zu unserem König salbten, ist in der Schlacht gestorben. Warum macht jetzt keiner den Mund auf? Es geht doch darum, den König zurückzuholen!«
- 12 So redete man in ganz Israel, der König erfuhr davon. Daraufhin schickte König David Boten und ließ den Priestern Zadok und Abjatar ausrichten: »Redet mit den Ältesten von Juda: Warum wollt ihr die Letzten sein, die den König in seinen Palast zurückholen?
- 13 Ihr seid doch meine Brüder, ihr seid mein Fleisch und Blut! Warum wollt ihr die Letzten sein, die den König zurückholen?
- 14 Und zu Amasa sollt ihr sagen: Bist du nicht auch mein Fleisch und Blut? Gott soll mir antun, was immer er will, wenn du nicht mein oberster Heerführer wirst. Für immer sollst du den Platz von Joab einnehmen.«
- 15 So gewann David das Herz aller Leute aus Juda. Alle waren sich einig und ließen dem König sagen: »Komm zurück mit allen deinen Leuten!«
- 16 Der König machte sich auf den Heimweg und kam zum Jordan. Die Judäer hatten inzwischen Gilgal erreicht. Sie wollten dem König entgegengehen, um ihn sicher über den Jordan zu führen.
- 17 Auch der Benjaminiter Schimi, der Sohn des Gera, war eilig aus Bahurim gekommen. Er zog mit den Leuten aus Juda hinab, um König David zu empfangen.
- 18 Ihm folgten 1000 Mann aus Benjamin. Darunter war auch Ziba, der Diener aus dem Haus Saul, mit seinen 15 Söhnen und 20 Knechten. Sie hatten schon vor dem König den Jordan erreicht.
- 19 Dann waren sie auf die andere Uferseite gegangen, um der Familie des Königs über den Fluss zu helfen. Damit wollten sie ihm etwas Gutes tun. Schimi aber, der Sohn des Gera, fiel vor dem König auf die Knie, als der den Jordan überschritt.
- 20 Und er sagte zum König: »Bitte, mein Herr, vergib mir meine Schuld! Denk nicht daran, was dein Knecht getan hat – an dem Tag, als mein Herr und König Jerusalem verließ. Der König soll es sich nicht mehr zu Herzen nehmen.
- 21 Dein Knecht weiß es ja: Ich habe Unrecht getan! Dafür bin ich heute als Erster hierhergekommen, um meinen Herrn und König zu empfangen – als Erster von allen Leuten aus dem Haus Josef.«
- 22 Doch Abischai, der Sohn der Zeruja, fiel ihm ins Wort: »Muss Schimi nicht auf der Stelle sterben, weil er den Gesalbten des Herrn verflucht hat?«
- 23 David erwiderte darauf: »Was habe ich mit euch zu tun, ihr Söhne der Zeruja? Warum tretet ihr heute als meine Gegner auf? Niemand aus Israel soll heute hingerichtet werden. Denn mir ist ganz und gar bewusst, dass ich heute wieder König über Israel bin.«
- 24 Dann sagte der König zu Schimi: »Du wirst nicht sterben!« Und der König schwor es ihm.
- 25 Auch Mefi-Boschet, der Sohn Sauls, war gekommen, um den König zu empfangen. Er hatte seine Füße nicht gepflegt und seinen Bart nicht geschnitten. Auch seine Kleider hatte er nicht gewaschen seit dem Tag, als der König weggegangen war. Und er wollte es nicht tun bis zu dem Tag, an dem der König wohlbehalten heimkehren sollte.
- 26 Als nun Mefi-Boschet aus Jerusalem kam und dem König entgegeneilte, fragte ihn der König: »Warum bist du damals nicht mitgekommen, Mefi-Boschet?«
- 27 Er antwortete: »Mein Herr und König! Mein Diener hat mich damals hintergangen. Denn ich hatte zu ihm gesagt: ›Sattle mir den Esel, dass ich auf ihm reiten und mit dem König ziehen kann!‹ Denn dein Knecht ist ja an den Beinen gelähmt.
- 28 Doch dann ist er fortgegangen und hat mich bei meinem Herrn und König verleumdet. Aber mein Herr und König ist wie der Engel Gottes! Tu mit mir, was du für richtig hältst!
- 29 Denn alle Nachkommen aus meinem Vaterhaus hatten ja nichts anderes zu erwarten als den Tod. Doch du, mein Herr und König, hast mir gestattet, dass ich an deinem Tisch sitzen und essen darf. Was für ein Recht hätte ich da noch, den König um irgendetwas zu bitten?«
- 30 Der König sagte zu ihm: »Warum machst du so viele Worte? Ich habe doch schon entschieden: Du und Ziba, ihr teilt euch das Land!«
- 31 Da erwiderte Mefi-Boschet dem König: »Er kann auch alles haben! Die Hauptsache ist, dass mein Herr und König wohlbehalten in sein Haus zurückgekehrt ist.«
- 32 Auch der Gileaditer Barsillai war aus Roglim an den Jordan gekommen. Er überquerte mit dem König den Jordan, um ihn am anderen Ufer zu verabschieden.
- 33 Mit seinen 80 Jahren war Barsillai ein alter Mann. Er hatte den König mit Gütern versorgt, als dieser sich in Mahanajim aufhielt. Denn er war außergewöhnlich reich.
- 34 Der König sagte zu Barsillai: »Komm doch mit mir! Dann kann ich dich bei mir in Jerusalem versorgen.«
- 35 Barsillai aber antwortete dem König: »Wie viele Jahre hab ich denn noch zu leben, dass ich mit dem König nach Jerusalem gehen soll?
- 36 Schon 80 Jahre hab ich jetzt auf dem Buckel! Kann ich noch unterscheiden, was gut ist und was schlecht? Kann ich noch genau schmecken, was es zu essen und zu trinken gibt? Kann ich überhaupt noch richtig hören, wie schön am Königshof gesungen wird? Nein! Ich würde meinem Herrn und König nur zur Last fallen!
- 37 Dein Knecht wollte doch nichts weiter, als den König ein Stück über den Jordan zu begleiten. Warum sollte der König ihn dafür so reich belohnen?
- 38 Dein Knecht möchte umkehren. Es ist mein Wunsch, in meiner Heimat zu sterben, wo mein Vater und meine Mutter begraben sind. Doch schau! Hier ist Kimham, dein Knecht! Der soll mit meinem Herrn und König gehen. Tu für ihn, was du für richtig hältst!«
- 39 Der König entschied: »Kimham soll mit mir kommen! Ich werde für ihn sorgen, wie du es für richtig hältst. Und hast du weitere Wünsche, erfülle ich sie dir!«
- 40 Das ganze Volk überquerte nun den Jordan. Als auch der König auf der anderen Uferseite war, küsste er Barsillai zum Abschied und segnete ihn. Dann kehrte dieser in seine Heimat zurück.
- 41 Der König aber zog weiter nach Gilgal, und Kimham war mit ihm gegangen. Das ganze Volk von Juda hatte den König begleitet und auch das halbe Volk von Israel.
- 42 Jetzt aber kamen alle Israeliten zum König und beschwerten sich bei ihm: »Warum haben unsere Brüder aus Juda dich gestohlen, als sie den König über den Jordan geführt haben – zusammen mit seiner Familie und allen Leuten Davids?«
- 43 Die Judäer erwiderten auf die Vorwürfe der Israeliten: »Weil der König uns am nächsten steht! Warum regt ihr euch darüber auf? Haben wir etwa den König gefressen? Oder haben wir ihn entführt?«
- 44 Die Israeliten ließen sich das nicht gefallen und antworteten den Judäern: »Uns gehören zehn Anteile am König! Außerdem gelten wir mehr bei David als ihr. Warum behandelt ihr uns so schlecht? War es nicht zuerst unsere Idee, den König zurückzuholen?« Die Antwort aber, die von den Judäern kam, war noch schärfer als die Antwort der Israeliten.
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