욥기 6장 Luther (1545)
Luther (1545) · 독일어 · 욥기 (Job) · 30절
- 1 Hiob antwortete und sprach:
- 2 Wenn man meinen Jammer wöge und mein Leiden zusammen in eine Waage legte,
- 3 so würde es schwerer sein denn Sand am Meer; darum ist's umsonst, was ich rede.
- 4 Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, derselben Grimm säuft aus meinen Geist, und die Schrecknisse GOttes sind auf mich gerichtet.
- 5 Das Wild schreiet nicht, wenn es Gras hat; der Ochse blöket nicht, wenn er sein Futter hat.
- 6 Kann man auch essen, das ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?
- 7 Was meiner Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise vor Schmerzen.
- 8 O daß meine Bitte geschähe, und GOtt gäbe mir, wes ich hoffe!
- 9 Daß GOtt anfinge und zerschlüge mich und ließe seine Hand gehen und zerscheiterte mich!
- 10 So hätte ich noch Trost und wollte bitten in meiner Krankheit, daß er nur nicht schonete. Habe ich doch nicht verleugnet die Rede des Heiligen.
- 11 Was ist meine Kraft, daß ich möge beharren? und welch ist mein Ende, daß meine Seele geduldig sollte sein?
- 12 Ist doch meine Kraft nicht steinern, so ist mein Fleisch nicht ehern.
- 13 Habe ich doch nirgend keine Hilfe, und mein Vermögen ist weg.
- 14 Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten weigert, der verlässet des Allmächtigen Furcht.
- 15 Meine Brüder gehen verächtlich vor mir über, wie ein Bach, wie die Wasserströme vorüberfließen.
- 16 Doch, welche sich vor dem Reif scheuen, über die wird der Schnee fallen.
- 17 Zur Zeit, wenn sie die Hitze drücken wird, werden sie verschmachten, und wenn es heiß wird, werden sie vergehen von ihrer Stätte.
- 18 Ihr Weg gehet beiseit aus; sie treten auf das Ungebahnte und werden umkommen.
- 19 Sie sehen auf die Wege Themas; auf die Pfade Reicharabias warten sie.
- 20 Aber sie werden zuschanden werden, wenn's am sichersten ist, und sich schämen müssen, wenn sie dahin kommen.
- 21 Denn ihr seid nun zu mir kommen; und weil ihr Jammer sehet, fürchtet ihr euch.
- 22 Habe ich auch gesagt: Bringet her und von eurem Vermögen schenket mir
- 23 und errettet mich aus der Hand des Feindes und erlöset mich von der Hand der Tyrannen?
- 24 Lehret mich, ich will schweigen; und was ich nicht weiß, das unterweiset mich.
- 25 Warum tadelt ihr die rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen könnte?
- 26 Ihr erdenket Worte, daß ihr nur strafet, und daß ihr nur paustet Worte, die mich verzagt machen sollen.
- 27 Ihr fallet über einen armen Waisen und grabet eurem Nächsten Gruben.
- 28 Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde.
- 29 Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben.
- 30 Was gilt's, ob meine Zunge unrecht habe und mein Mund Böses vorgebe?
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