잠언 6장 Luther (1545)
Luther (1545) · 독일어 · 잠언 (Proverbs) · 35절
- 1 Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,
- 2 so bist du verknüpft mit der Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.
- 3 So tu doch, mein Kind, also und errette dich; denn du bist deinem Nächsten in die Hände kommen; eile, dränge und treibe deinen Nächsten!
- 4 Laß deine Augen nicht schlafen noch deine Augenlider schlummern!
- 5 Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie ein Vogel aus der Hand des Voglers.
- 6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler, siehe ihre Weise an und lerne!
- 7 Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,
- 8 bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
- 9 Wie lange, liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
- 10 Ja, schlaf noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schlafest,
- 11 so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
- 12 Ein loser Mensch, ein schädlicher Mann, gehet mit verkehrtem Munde,
- 13 winket mit Augen, deutet mit Füßen, zeiget mit Fingern,
- 14 trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.
- 15 Darum wird ihm plötzlich sein Unfall kommen und wird schnell zerbrochen werden, daß keine Hilfe da sein wird.
- 16 Diese sechs Stücke hasset der HErr, und am siebenten hat er einen Greuel:
- 17 hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen;
- 18 Herz, das mit bösen Tücken umgehet; Füße, die behende sind, Schaden zu tun;
- 19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet.
- 20 Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter!
- 21 Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals:
- 22 wenn du gehest, daß sie dich geleiten; wenn du dich legest, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachest, daß sie dein Gespräch seien.
- 23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht; und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,
- 24 auf daß du bewahret werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.
- 25 Laß dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfahe dich nicht an ihren Augenlidern.
- 26 Denn eine Hure bringet einen ums Brot; aber ein Eheweib fähet das edle Leben.
- 27 Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen?
- 28 Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden?
- 29 Also gehet es, wer zu seines Nächsten Weib gehet; es bleibt keiner ungestraft, der sie berühret.
- 30 Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert.
- 31 Und ob er begriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.
- 32 Aber der mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr, der bringet sein Leben ins Verderben.
- 33 Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilget.
- 34 Denn der Grimm des Mannes eifert und schonet nicht zur Zeit der Rache
- 35 und siehet keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.
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