잠언 23장 Luther (1545)
Luther (1545) · 독일어 · 잠언 (Proverbs) · 35절
- 1 Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,
- 2 und setze ein Messer an deine Kehle, willst du das Leben behalten.
- 3 Wünsche dir nicht seiner Speise, denn es ist falsch Brot.
- 4 Bemühe dich nicht, reich zu werden, und laß ab von deinen Fündlein!
- 5 Laß deine Augen nicht fliegen dahin, das du nicht haben kannst; denn dasselbe macht ihm Flügel wie ein Adler und fleugt gen Himmel.
- 6 Iß nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir seiner Speise nicht.
- 7 Denn wie ein Gespenst ist er inwendig. Er spricht: Iß und trink! und sein Herz ist doch nicht an dir.
- 8 Deine Bissen, die du gegessen hattest mußt du ausspeien und mußt deine freundlichen Worte verloren haben.
- 9 Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.
- 10 Treibe nicht zurück die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker!
- 11 Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.
- 12 Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.
- 13 Laß nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wo du ihn mit der Rute hauest, so darf man ihn nicht töten.
- 14 Du hauest ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele von der Hölle.
- 15 Mein Sohn, so du weise bist, so freuet sich auch mein Herz;
- 16 und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
- 17 Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HErrn.
- 18 Denn es wird dir hernach gut sein und dein Warten wird nicht fehlen.
- 19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.
- 20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;
- 21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen.
- 22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird!
- 23 Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.
- 24 Ein Vater des Gerechten freuet sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.
- 25 Laß sich deinen Vater und deine Mutter freuen und fröhlich sein, die dich gezeuget hat.
- 26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen.
- 27 Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und die Ehebrecherin ist eine enge Grube.
- 28 Auch lauert sie wie ein Räuber und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.
- 29 Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne Ursache? Wo sind rote Augen?
- 30 Nämlich, wo man beim Wein liegt und kommt auszusaufen, was eingeschenkt ist.
- 31 Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön stehet. Er gehet glatt ein;
- 32 aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.
- 33 So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,
- 34 und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.
- 35 Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, daß ich's mehr treibe?
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