예레미야애가 3장 Luther (1545)
Luther (1545) · 독일어 · 예레미야애가 (Lamentations) · 66절
- 1 Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muß.
- 2 Er hat mich geführet und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht.
- 3 Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir für und für.
- 4 Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen.
- 5 Er hat mich verbauet und mich mit Galle und Mühe umgeben.
- 6 Er hat mich in Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt.
- 7 Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt.
- 8 Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.
- 9 Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehret.
- 10 Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen.
- 11 Er läßt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstücket und zunichte gemacht.
- 12 Er hat seinen Bogen gespannet und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt.
- 13 Er hat aus dem Köcher in meine Nieren schießen lassen.
- 14 Ich bin ein Spott allem meinem Volk und täglich ihr Liedlein.
- 15 Er hat mich mit Bitterkeit gesättiget und mit Wermut getränket.
- 16 Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche.
- 17 Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen.
- 18 Ich sprach: Mein Vermögen ist dahin und meine Hoffnung am HErrn.
- 19 Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränket bin.
- 20 Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir's.
- 21 Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch.
- 22 Die Gute des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,
- 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
- 24 Der HErr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
- 25 Denn der HErr ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget.
- 26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HErrn hoffen.
- 27 Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage,
- 28 daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt,
- 29 und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte
- 30 und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen.
- 31 Denn der HErr verstößt nicht ewiglich,
- 32 sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte;
- 33 denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet,
- 34 als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten
- 35 und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen
- 36 und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HErr nicht.
- 37 Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HErrn Befehl,
- 38 und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?
- 39 Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde!
- 40 Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum HErrn bekehren.
- 41 Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu GOtt im Himmel.
- 42 Wir, wir haben gesündiget und sind ungehorsam gewesen. Darum hast du billig nicht verschonet,
- 43 sondern du hast uns mit Zorn überschüttet und verfolget und ohne Barmherzigkeit erwürget.
- 44 Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte.
- 45 Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Völkern.
- 46 Alle unsere Feinde sperren ihr Maul auf wider uns.
- 47 Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.
- 48 Meine Augen rinnen mit Wasserbächen über dem Jammer der Tochter meines Volks.
- 49 Meine Augen fließen und können nicht ablassen; denn es ist kein Aufhören da,
- 50 bis der HErr vom Himmel herabschaue und sehe darein.
- 51 Mein Auge frißt mir das Leben weg um die Tochter meiner Stadt.
- 52 Meine Feinde haben mich gehetzet, wie einen Vogel, ohne Ursache.
- 53 Sie haben mein Leben in einer Grube umgebracht und Steine auf mich geworfen.
- 54 Sie haben auch mein Haupt mit Wasser überschüttet. Da sprach ich: Nun bin ich gar dahin.
- 55 Ich rief aber deinen Namen an, HErr, unten aus der Grube;
- 56 und du erhöretest meine Stimme. Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!
- 57 Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Fürchte dich nicht!
- 58 Führe du, HErr, die Sache meiner Seele und erlöse mein Leben!
- 59 HErr, schaue, wie mir so unrecht geschieht, und hilf mir zu meinem Recht!
- 60 Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich.
- 61 HErr, du hörest ihre Schmach und alle ihre Gedanken über mich,
- 62 die Lippen meiner Widerwärtigen und ihr Dichten wider mich täglich.
- 63 Schaue doch; sie gehen nieder oder stehen auf, so singen sie von mir Liedlein.
- 64 Vergilt ihnen, HErr, wie sie verdienet haben!
- 65 Laß ihnen das Herz erschrecken und deinen Fluch fühlen!
- 66 Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HErrn!
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