창세기 31장 BasisBibel (2021)
BasisBibel (2021) · 독일어 · 창세기 (Genesis) · 54절
- 1 Eines Tages erfuhr Jakob, wie Labans Söhne über ihn redeten. Sie sagten: »Jakob hat sich alles genommen, was unserem Vater gehört. Seinen ganzen Reichtum verdankt er dem Besitz unseres Vaters.«
- 2 Jakob sah Laban an, dass er ihm nicht mehr so zugetan war wie früher.
- 3 Da sagte der Herr zu Jakob: »Kehre zurück in das Land deiner Vorfahren und zu deiner Verwandtschaft! Ich werde mit dir sein.«
- 4 Jakob ließ Rahel und Lea rufen. Sie sollten zu ihm auf die Weide kommen.
- 5 Er sagte zu ihnen: »Ich sehe eurem Vater an, dass er mir nicht mehr so zugetan ist wie früher. Doch der Gott meines Vaters stand mir bei.
- 6 Ihr wisst ja selbst, dass ich eurem Vater mit meiner ganzen Kraft gedient habe.
- 7 Er aber hat mich hintergangen und meinen Lohn immer wieder verändert. Doch Gott ließ nicht zu, dass er mir Schaden zufügte.
- 8 Mal sagte euer Vater: ›Die gefleckten Tiere sind dein Lohn.‹ Dann wurden nur gefleckte Tiere geboren. Mal sagte er: ›Die Gestreiften sind dein Lohn.‹ Dann wurden nur gestreifte Tiere geboren.
- 9 Gott hat eurem Vater die Tiere weggenommen und sie mir gegeben.
- 10 Zu der Zeit, als die Tiere sich paarten, hatte ich einen Traum: Die Böcke paarten sich mit den Muttertieren, und die Böcke waren gestreift, gefleckt oder scheckig.
- 11 Ein Engel Gottes sagte im Traum zu mir: ›Jakob!‹ Ich antwortete: ›Hier bin ich.‹
- 12 Er sagte: ›Sieh genau hin! Alle Böcke, die sich mit den Muttertieren paaren, sind gestreift, gefleckt oder scheckig. Ich habe gesehen, was Laban dir angetan hat.
- 13 Ich bin der Gott, der dir in Bet-El erschienen ist. Dort hast du einen Kultstein mit Öl eingerieben und mir ein feierliches Versprechen gegeben. Mach dich jetzt auf und zieh weg aus diesem Land! Kehre zurück in das Land, in dem deine Verwandtschaft lebt!‹«
- 14 Rahel und Lea antworteten Jakob: »Wir haben ja keinen Anteil mehr am Erbe unseres Vaters.
- 15 Hält er uns nicht für Fremde? Er hat uns verkauft und selbst das Geld verbraucht, das uns zustand.
- 16 Uns und unseren Kindern steht der ganze Reichtum zu, den Gott unserem Vater genommen hat. Darum tu nun alles, was Gott dir gesagt hat!«
- 17 Da brach Jakob auf. Er setzte seine Kinder und Frauen auf Kamele.
- 18 Alle Tiere und all sein Hab und Gut, das er sich erarbeitet hatte, nahm er mit – dazu auch die Tiere, die er selbst in Mesopotamien gekauft hatte. Das alles nahm er mit, um zu seinem Vater Isaak in das Land Kanaan zu ziehen.
- 19 Rahel aber nahm die Götterfiguren mit. Die hatte sie ihrem Vater Laban gestohlen, als er zum Scheren seiner Schafe weggegangen war.
- 20 Jakob überlistete den Aramäer Laban, indem er seine Fluchtpläne vor ihm geheim hielt.
- 21 Er floh mit seinem ganzen Hab und Gut und überquerte den Eufrat. Dann schlug er den Weg zum Gebirge von Gilead ein.
- 22 Erst drei Tage später erfuhr Laban, dass Jakob geflohen war.
- 23 Zusammen mit den Männern aus seiner Familie nahm Laban die Verfolgung Jakobs auf. Nach sieben Tagen hatte er ihn fast eingeholt – im Gebirge von Gilead.
- 24 In der Nacht kam Gott zu dem Aramäer Laban und sagte im Traum zu ihm: »Hüte dich davor, Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen!«
- 25 Als Laban auf Jakob traf, hatte der sein Zelt im Gebirge aufgeschlagen. Daher schlugen auch Laban und seine Männer ihre Zelte im Gebirge von Gilead auf.
- 26 Laban sagte zu Jakob: »Was hast du getan? Warum hast du mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene weggeschleppt?
- 27 Warum bist du heimlich geflohen, hast mich bestohlen und mir nichts gesagt? Es wäre mir eine Freude gewesen, dich mit Liedern, Pauken und Leiern zu verabschieden.
- 28 So hast du mir keine Gelegenheit gegeben, meine Enkel und meine Töchter zum Abschied zu küssen. Das war wirklich dumm von dir.
- 29 Es steht in meiner Macht, euch übel mitzuspielen. Aber der Gott eures Vaters hat gestern Nacht zu mir gesagt: ›Hüte dich davor, Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen!‹
- 30 Wenn du aus Heimweh weggegangen bist, warum hast du mir dann meine Götterfiguren gestohlen?«
- 31 Jakob antwortete Laban: »Ich hatte Angst. Ich dachte, dass du mir deine Töchter wegnimmst.
- 32 Die Person, bei der du deine Götterfiguren findest, soll nicht am Leben bleiben. In Gegenwart der Männer aus unserer Familie kannst du durchsuchen, was ich habe. Nimm das, was dir gehört, zurück.« Denn Jakob wusste nicht, dass Rahel die Götterfiguren gestohlen hatte.
- 33 Laban ging in die Zelte von Jakob, von Lea und von den beiden Mägden. Aber er fand die Götterfiguren nicht. Dann ging er aus Leas Zelt hinaus und kam in das Zelt von Rahel.
- 34 Rahel hatte die Götterfiguren genommen, in die Satteltasche ihres Kamels gelegt und sich daraufgesetzt. Laban durchsuchte das ganze Zelt und fand nichts.
- 35 Rahel sagte zu ihrem Vater: »Sieh mich nicht so böse an. Ich kann nicht vor dir aufstehen, weil ich meine Tage habe.« So gründlich Laban auch suchte – er konnte die Götterfiguren nicht finden.
- 36 Da wurde Jakob zornig. Er machte Laban Vorwürfe und fragte ihn: »Was für ein Verbrechen habe ich begangen? Was habe ich falsch gemacht, dass du mich so verfolgst?
- 37 Du hast alle meine Sachen durchsucht. Hast du dabei etwas gefunden, das dir gehört? Leg es doch hier den Männern aus unserer Familie vor. Sie sollen entscheiden, wer von uns im Recht ist.
- 38 20 Jahre lang bin ich bei dir gewesen. Keines deiner trächtigen Muttertiere hat jemals sein Junges verloren. Nicht einen Widder habe ich von deiner Herde gegessen.
- 39 Wenn Raubtiere ein Herdentier gerissen hatten, habe ich es dir nicht gebracht, sondern es ersetzt. Du hast sogar Entschädigung verlangt, wenn ein Tier tagsüber oder nachts geraubt worden war.
- 40 Bei Tag kam ich um vor Hitze und in der Nacht vor Kälte. Oft fand ich keinen Schlaf.
- 41 20 Jahre lang habe ich für dich gearbeitet: 14 Jahre für deine beiden Töchter und sechs Jahre für deine Viehherden. Immer wieder hast du meinen Lohn verändert.
- 42 Aber Gott stand mir bei – der Gott meines Großvaters Abraham und der Gott, vor dem mein Vater Isaak erschrak. Sonst hättest du mich mit leeren Händen fortgeschickt. Gott hat meine Not gesehen. Er hat gesehen, wie hart ich gearbeitet habe. In der vergangenen Nacht hat er entschieden, dass ich im Recht bin.«
- 43 Laban sagte zu Jakob: »Meine Töchter gehören mir, und ihre Kinder gehören mir. Auch die Tiere gehören mir. Alles, was du hier siehst, ist mein Eigentum. Was kann ich jetzt noch für meine Töchter und für ihre Kinder tun?
- 44 Komm, lass uns nun einen Vertrag miteinander schließen. Aber wir brauchen einen Zeugen für den Vertrag zwischen uns.«
- 45 Da nahm Jakob einen Stein und stellte ihn als Kultstein auf.
- 46 Dann sagte er zu den Männern aus seiner Familie: »Sammelt Steine!« Sie hoben Steine auf und errichteten daraus einen Hügel. Dann aßen sie auf dem Steinhügel.
- 47 Laban nannte ihn auf Aramäisch Jegar-Sahaduta, das heißt: Zeugnishügel; und Jakob nannte ihn auf Hebräisch Galed, das heißt: Hügelzeuge.
- 48 Laban sagte: »Dieser Hügel ist der Zeuge für den Vertrag zwischen uns.« Darum gab er ihm den Namen Galed.
- 49 Aber er wird auch Mizpa genannt, das heißt: Wachturm. Denn Laban sagte noch: »Der Herr soll über uns wachen, wenn wir einander nicht sehen.
- 50 Du darfst meine Töchter nicht schlecht behandeln und dir keine weiteren Frauen nehmen. Auch wenn jetzt niemand bei uns ist: Gott ist unser Zeuge.«
- 51 Weiter sagte Laban zu Jakob: »Sieh diesen Steinhügel an und diesen Kultstein, den ich zwischen uns aufgestellt habe.
- 52 Der Steinhügel und der Kultstein sind Zeugen für unseren Vertrag: Ich werde diesen Steinhügel als Grenze zu dir niemals in feindlicher Absicht überschreiten. Auch du wirst diesen Steinhügel und diesen Kultstein als Grenze zu mir nie in böser Absicht überschreiten.
- 53 Sonst bestrafe uns der Gott Abrahams und der Gott Nahors, der Gott ihres gemeinsamen Vaters.« Das schwor Jakob bei dem Gott, vor dem sein Vater Isaak erschrak.
- 54 Dann brachte Jakob auf dem Gebirge ein Schlachtopfer dar. Dabei lud er die Männer seiner Familie zum Essen ein. Sie aßen zusammen und übernachteten dort.
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